Bargemer_Wappen
04.06.2007 Schaffhauser Nachrichten - Monika Nyfeler

Das Wasser vor dem Versickern nutzen



Ein Naturschutzgebiet ist in Bargen entstanden. Bernhard Bürgin hat einen Teil seines Landes unter Schutz stellen lassen und Biotope für Amphibien angelegt.


Der Schaffhauser Bernhard Bürgin, Ingenieur und Vorstandsmitglied der Pro Natura Schaffhausen, ist Naturliebhaber durch und durch. Er ist mit jungen Füchsen auf Du und Du, beobachtet seit Jahrzehnten Vögel, hilft bei der Amphibienwanderung den Fröschen über die Strasse und unterhält diverse Biotope. «Ich bin ein Spinner», sagt er selbst über sein intensives Engagement zum Wohle der Natur.

Sein neustes Werk: eine Biotoplandschaft an der Gemeindegrenze von Merishausen und Bargen, am Waldrand, auf der Höhe des Restaurants Schlauch. Vor über 30 Jahren hat Bürgin dort für seine Schafzucht 15 500 Quadratmeter Land gekauft. 4300 Quadratmeter liess er nun unter Naturschutz stellen. Seit Ostersamstag baut er zusammen mit Pro Natura in Fronarbeit zwei Biotope. Ergänzend fügte er als Überlauf vier Flachbiotope hinzu. Die untereinander verbundenen Teiche haben ein Fassungsvermögen von rund 450 000 Litern und eine Wasseroberfläche von 350 Quadratmetern. Gespeist werden sie von drei Bächlein. Der Abfluss erfolgt über die bereits bestehende Drainageleitung, der Zufluss aus drei unmittelbar oberhalb gelegenen Quellen. Eine ist bei den Bauarbeiten neu entdeckt worden.


Biotope sind für alle zugänglich

Unterdessen sind die Biotope und die Böschungsbepflanzung mit 62 einheimischen Pflanzen abgeschlossen. Derzeit ist die Bepflanzung der Uferzonen mit Iris, Schilf, Kanonenbutzern und Seggengräsern im Gang. Bürgin hofft, dass die Gestaltung des neuen Naturschutzgebietes bis zum 3. Juni fertig ist. Dann findet dort die Generalversammlung der Pro Natura statt.
Das Gebiet ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Zwei Wanderwege von Merishausen nach Bargen führen daran vorbei. Drei Sitzbänke sollen die Leute zum Geniessen der Natur und zum Tierebeobachten einladen. «Ziel des Naturschutzgebietes ist es, dass das Hangwasser den Amphibien als Laich- und Aufenthaltsgewässer dient, bevor es sowieso versickert», sagt Bürgin. Weil er als Privatperson hinter dem Projekt steckt, liess er es unter Naturschutz stellen. «Es steckt so viel Freizeit, Kapital und Herzblut dahinter, dass ich garantiert haben will, dass es der Nachwelt erhalten bleibt.» Die Kosten schätzt Bürgin auf 20 000 Franken. Sie werden vom Kanton sowie von Pro Natura Schaffhausen, Pro Natura Schweiz und Bernhard Bürgin getragen. Im neuen Naturschutzgebiet sollen künftig Wasser-, Gras-, Laub-, Spring- und Moorfrösche leben, aber auch Erd- und Kreuzkröten, Berg- und Kammmolche, Feuersalamander, Gelbbauchunken, einheimische Flusskrebse und Ringelnattern. Gewisse Arten kommen bereits in dem Gebiet vor. Von anderen hat Bürgin Laich oder Kaulquappen ausgesetzt. Der Hobbyornithologe hofft, dass mit der Umgestaltung hier auch gewisse Vogelarten wie die Dorngrasmücke und die Mönchsgrasmücke heimisch werden.
Bürgin pflegt diverse Biotope

Die neue Biotoplandschaft südlich von Bargen ist bei weitem nicht Bürgins einzige. Im Freudental hat er vier grosse Biotope, das erste baute er 1975. In Wangen am Untersee errichtete er vor 20 Jahren ein Vogelbiotop mit 150 Nistkästen. In Mett-Oberschlatt besitzt er eine 10 000 Quadratmeter grosse Sumpf- und Auenlandschaft, und im deutschen Ludwigshafen gehört ihm ein unter Naturschutz gestellter Schilfgürtel.

Begonnen hat Bürgins Leidenschaft für Vögel und Amphibien bereits als Kind. Schon sein Vater, ein Bauer aus Buchthalen, war stark mit der Natur verbunden. Er liess das Espiseeli in Buchthalen unter Naturschutz stellen. An diesem Weiher begann Bernhard Bürgin mit seinen Vogel- und Amphibienbeobachtungen. «Mich faszinieren diese Tiere total», sagt Bürgin. Später führte er über 30 Jahre lang Statistiken, schrieb ein Buch, zog zahlreiche Tiere auf; ganz getreu seinem Motto: «Man soll mehr machen als erzählen.» Mit seinem jüngsten Werk in Bargen lebt er seine Einstellung einmal mehr aus.

[Bild: M.St.]

Pro Natura - Schaffhausen

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